Welche Arten von Nagelspangen gibt es?
Fachleute teilen Nagelspangen in vier Arten ein. Die Arten unterscheiden sich darin, wie sie den Nagel bewegen, nämlich mit Hebelkraft, mit Federkraft, mit Zugkraft oder durch Verdrängung. Alle Spangen haben dasselbe Ziel. Jede Spange hebt den seitlichen Nagelrand von der Haut ab und lenkt den Nagel so, dass er gerader wächst.
| Wirkweise | Beispiele | Material | So hält die Spange |
|---|---|---|---|
| Hebelkraft | 3TO, Ross-Fraser | Draht oder Stahl | am Nagelrand eingehakt |
| Federkraft | Goldstadt-Spange, Onyclip | Flachstahl oder Kunststoff | aufgeklebt |
| Zugkraft | Onyfix, Corectio | Kunststoff-Gel oder Titan | aufgeklebt oder eingehakt |
| Verdrängung oder Mischform | Combiped | Draht und Klebstoff | eine Hälfte eingehakt, eine aufgeklebt |
- Die Ross-Fraser-Spange hat in der Mitte eine Schlaufe, das sogenannte Omega. Damit zieht sie die eingerollten Nagelseiten nach oben.
- Die 3TO-Spange wird mit zwei Drahtenden unter den Nagelrand gehakt und hebt ihn wie ein Hebel an.
- Die Goldstadt-Spange und ähnliche Federspangen bestehen aus vorgespanntem Flachstahl. Er biegt sich beim Aufsetzen leicht und zieht dann ständig am Nagelrand.
- Onyfix nutzt das natürliche Wachstum des Nagels. Diese Spange gilt als einzige Art, die auch auf sehr schmale Nägel passt.
- Combiped verbindet eine aufgeklebte mit einer eingehakten Hälfte und ist damit eine Mischform.
Nach Angaben von Fachpraxen gibt es 40 bis 60 verschiedene Spangen auf dem Markt. Die meisten lassen sich einer dieser vier Arten zuordnen.
Für Sie ist der Name der Spange weniger wichtig. Wichtiger ist, wie oft die Praxis sie kontrolliert und woran Sie selbst merken, dass sie sich gelöst hat. Das zeigt sich etwa an einem plötzlich anderen Druckgefühl oder daran, dass die Spange sichtbar verrutscht ist. Notieren Sie sich den nächsten Kontrolltermin am besten sofort.
Worin unterscheiden sich Spangen aus Metall und Kunststoff?
Spangen aus Draht und Stahl sind formstabil und bewährt. Allerdings sitzen sie sichtbar auf dem Nagel und können an der Kante hängen bleiben.
Spangen aus Kunststoff liegen flacher auf. Die Hersteller beschreiben sie als angenehmer im Schuh, weil sie ohne Hebel oder Feder auskommen. Ihre Kraft bauen sie über die Klebefläche und das Wachstum des Nagels auf.
Aufgeklebte Spangen halten nur, solange der Kleber hält. Feuchtigkeit, Creme oder starker Schweiß können ihn lösen. Deshalb entfettet und glättet die Praxis den Nagel vorher gründlich. Halten Sie den Fuß in den ersten Tagen trocken, so wie die Praxis es Ihnen sagt.
Spangen aus Metall vertragen mehr Feuchtigkeit, weil sie nicht kleben. Dafür muss die Praxis sie genau unter den Nagelrand haken, und das ist bei einem dünnen oder geschädigten Nagel schwieriger. Beide Materialien haben also eine eigene Schwachstelle, keines ist in jedem Fall sicherer.
Welches Material passt, entscheidet die Podologiepraxis nach Breite, Dicke und Zustand des Nagels. Ein dünner, weicher Nagel bei einem Jugendlichen braucht eine andere Spange als ein dicker, stark gebogener Nagel bei einem Erwachsenen.
Wie oft wird eine Nagelspange nachgestellt?
Die Praxis stellt eine Nagelspange meist alle 4 bis 8 Wochen nach. Insgesamt sind es oft 4 bis 5 Termine, bis der Nagel wieder gerade herauswächst. Wie lange es dauert, hängt von Dicke und Wölbung des Nagels ab und auch von Ihnen, etwa davon, ob Sie täglich nach dem Sitz der Spange schauen.
- Beim ersten Termin untersucht die Praxis den Nagel und setzt die erste Spange passend auf.
- Nach 4 bis 6 Wochen prüft sie Sitz und Wirkung und stellt die Spange nach.
- Im gleichen Abstand folgen weitere Termine zum Nachstellen, meist 4 bis 5 insgesamt.
- Wächst der Nagel sichtbar gerade, entscheidet die Praxis, ob die Behandlung enden kann.
- Die Praxis nimmt die Spange ab, sobald der Nagelrand dauerhaft frei aus der Haut herauswächst.
Kommen Sie zu einem Termin deutlich zu spät, geht ein Teil des Fortschritts verloren. Der Nagel wächst dann in der alten, gebogenen Form weiter, und die Praxis muss neu ansetzen. Ein verpasster Termin verlängert so die ganze Behandlung.
Welche Nagelspange zahlt die Krankenkasse?
Die Krankenkasse zahlt jede Nagelspange, die die Praxis einzeln an Ihren Nagel anpasst und nachstellen kann. Seit dem 1. Oktober 2025 zahlt sie dafür einen festen Betrag von 57,20 Euro je Sitzung. Ob die Spange aus Draht, Stahl oder Kunststoff ist, ändert am Preis nichts.
Fertige Spangen, die sich nicht nachstellen lassen, zahlt die Kasse nicht. Solche Spangen werden teils im Handel verkauft.
Mit Rezept zahlen Sie 10 Prozent der Kosten und 10 Euro je Rezept dazu. Ab dem 1. Januar 2027 sind es 15 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren zahlen nichts dazu.
Wer Beihilfe bekommt oder privat versichert ist, bekommt die Spange mit Rezept ebenfalls erstattet. Auch dort zählt die Diagnose und nicht der Name der Spange auf der Rechnung.
Wer entscheidet, welche Nagelspange Sie bekommen?
Die Podologiepraxis wählt die Spange aus. Die Kasse zahlt nur Spangen, die einzeln an Ihren Nagel angepasst werden. Deshalb nimmt die Praxis die Art, die zur Breite des Nagels, zur geplanten Tragezeit und zum Stadium passt, also dazu, wie stark der Zeh schon entzündet ist.
Nässt oder eitert der Zeh schon, kontrolliert die Praxis häufiger und darf auch einen Verband anlegen. Die Wunde selbst behandelt aber Ihre Arztpraxis, egal welche Spange Sie tragen. Bei jedem Termin schaut die Praxis außerdem nach den Nägeln an beiden Füßen. So fällt früh auf, wenn ein zweiter Nagel einzuwachsen beginnt.
Ist der Nagel sehr schmal, etwa bei einem Kind oder am kleinen Zeh?
Eine dünne Kunststoffspange wie Onyfix hält dort meist besser als eine Drahtspange.
Ist der Zeh schon entzündet, nässt oder eitert er?
Die Praxis wählt eine Spange, die hält, ohne die entzündete Haut zu reizen. Außerdem kontrolliert sie dann häufiger.
Spangen mit Hebelkraft, Federkraft oder Zugkraft kommen gleichermaßen infrage. Die Praxis entscheidet nach der Form des Nagels und danach, wie angenehm die Spange sich trägt.
Keine Nagelspange wirkt nachweislich besser als andere
Ob eine Art von Nagelspange besser hilft als eine andere, hat bisher keine Studie verglichen. Auch der Nutzen von Nagelspangen insgesamt ist nicht durch Studien belegt, egal welche Art. Das steht in der ärztlichen Leitlinie zum eingewachsenen Nagel von 2025. Eine Leitlinie ist eine Empfehlung von Fachleuten dazu, wie Ärzte eine Krankheit behandeln sollen.
Zur Spangentherapie beim eingewachsenen Zehennagel sind sich Podologen und Ärzte in der Leitlinie nicht einig. Wirbt eine Praxis mit einer besonders wirksamen oder schnellen Spange, stützt sie sich also nicht auf eine Vergleichsstudie. Die Praxis wählt nach ihrer Erfahrung mit dem einzelnen Nagel.
Hilft keine Spange, sind die Schmerzen stark oder muss es schnell gehen, nennt die Leitlinie eine Operation als nächsten Schritt. Ob operiert wird, entscheidet Ihre Arztpraxis.
Häufige Fragen
Ist eine Art von Nagelspange nachweislich besser als die anderen?
Nein, keine Art von Nagelspange ist in Studien als besser belegt. Die Podologiepraxis wählt die Spange nach der Breite des Nagels, dem Stadium und der Tragezeit aus. Fragen Sie ruhig, warum sie genau diese Spange für Ihren Nagel nimmt.
Zahlt die Krankenkasse jede Art von Nagelspange?
Ja, die Krankenkasse zahlt jede Art von Nagelspange, die die Praxis an Ihren Nagel anpasst. Seit dem 1. Oktober 2025 zahlt sie dafür immer 57,20 Euro je Sitzung. Fertige Spangen, die sich nicht nachstellen lassen, zahlt sie nicht.
Wie oft muss eine Nagelspange nachgestellt werden?
Eine Nagelspange wird meist alle 4 bis 8 Wochen nachgestellt. Insgesamt sind es oft 4 bis 5 Termine, bis der Nagel wieder gerade wächst.
Kann ich die Art meiner Nagelspange selbst aussuchen?
Nein, die Art der Nagelspange wählt die Podologiepraxis passend zu Ihrem Nagel aus. Die Kasse zahlt nur eine Spange, die fachlich zu Ihrem Nagel passt. Sie können aber nach den Gründen für die Wahl fragen und Druckstellen jederzeit melden.
Was kostet eine Nagelspange ohne Rezept?
Für eine Nagelspange ohne Rezept gilt der Kassenpreis von 57,20 Euro je Sitzung als Anhaltspunkt. Einen festen Preis gibt es nicht. In der Regel kommen die erste Untersuchung und das Abnehmen der Spange dazu.
Was passiert, wenn ich einen Termin zum Nachstellen der Nagelspange verpasse?
Verpassen Sie einen Termin zum Nachstellen der Nagelspange, wächst der Nagel in der alten, gebogenen Form weiter. Die Praxis muss dann neu ansetzen, und die Behandlung dauert länger. Einen Schaden richtet das in der Regel nicht an.
