Was macht der Podologe bei Nagelpilz?
Nagelpilz ist eine Infektion des Nagels mit Pilzen. Der Nagel wird langsam dicker, gelblich bis bräunlich und bröckelig. Meist trifft es die Zehennägel, am häufigsten den Nagel am großen Zeh.
Die Podologiepraxis behandelt den Nagel von außen. Dazu kürzt sie ihn und schleift die verdickte Nagelplatte mit einer Fräse dünner, einem kleinen elektrischen Schleifgerät. Auf dem Rezept heißt diese Arbeit Nagelbearbeitung.
Die Diagnose Nagelpilz darf die Podologiepraxis nicht stellen. Ob ein Pilz im Nagel steckt, zeigt nur eine Untersuchung unter dem Mikroskop oder im Labor, meist in einer Hautarztpraxis. Auch Tabletten gegen den Pilz verschreibt nur die Arztpraxis. Die Podologin kümmert sich also um den Nagel, die Ärztin um den Pilz.
| Aufgabe | Podologiepraxis | Hautarzt- oder Hausarztpraxis |
|---|---|---|
| Nagel kürzen und dünner schleifen | ja | nur für die Untersuchung |
| Im Labor prüfen, ob es ein Pilz ist | nein | ja |
| Nagellack gegen Pilz aus der Apotheke auftragen | zur Pflege möglich | verschreibt ihn nach der Untersuchung |
| Tabletten gegen den Pilz verschreiben | nein | ja |
| Andere Ursachen abklären | schickt Sie zur Arztpraxis | ja |
Wann zahlt die Kasse die Nagelpilz-Behandlung beim Podologen?
Die Krankenkasse zahlt die Behandlung beim Podologen nur mit einem Rezept von Ihrer Arztpraxis. Ein solches Rezept gibt es nur in drei Fällen.
- Sie haben Diabetes, und das Gefühl in Ihren Füßen ist gestört.
- Sie haben einen Nervenschaden an den Füßen, aber keinen Diabetes.
- Sie sind querschnittgelähmt.
Nagelpilz allein reicht dafür nicht. Ohne einen dieser drei Fälle zahlen Sie die Behandlung selbst, auch wenn dieselbe Praxis denselben Nagel bearbeitet. Daran ändert auch die Kassenzulassung der Praxis nichts. Die Zulassung erlaubt der Praxis nur, Rezepte mit der Krankenkasse abzurechnen.
Mit Rezept kostet eine Sitzung die Kasse 36,10 Euro. Muss die Praxis zusätzlich Hornhaut abtragen, rechnet sie eine größere Behandlung für 51,92 Euro ab. Ein Rezept reicht für bis zu 6 Behandlungen.
Sie zahlen mit Rezept 10 Prozent der Kosten und 10 Euro je Rezept dazu. Ab dem 1. Januar 2027 sind es 15 Euro je Rezept.
Was kostet die Nagelpilz-Behandlung ohne Rezept?
Ohne Rezept zahlen Sie die Behandlung selbst. Einen festen Preis dafür gibt es nicht, jede Praxis legt ihn selbst fest. Viele Praxen richten sich nach dem Kassenpreis für dieselbe Arbeit. Der Kassenpreis liegt bei 36,10 Euro je Sitzung, mit Hornhaut bei 51,92 Euro. Mit Rezept zahlen Sie davon 10 Prozent und 10 bis 15 Euro je Rezept. Die erste Untersuchung in einer neuen Praxis kostet 23,11 Euro.
| Ihre Lage | Wer zahlt | Preis je Sitzung |
|---|---|---|
| Rezept wegen Diabetes, Nervenschaden oder Querschnittlähmung | die Krankenkasse, Sie zahlen Ihren Anteil | 36,10 Euro, mit Hornhaut 51,92 Euro. Sie zahlen 10 Prozent und 10 bis 15 Euro je Rezept. |
| Kein Rezept | Sie selbst | kein fester Preis, viele Praxen richten sich nach 36,10 bis 51,92 Euro |
| Erster Termin in einer neuen Praxis | mit Rezept die Kasse, sonst Sie | 23,11 Euro für die erste Untersuchung |
Fragen Sie vor dem Termin nach dem Preis. Fragen Sie auch, ob die Pflege danach schon dabei ist, etwa ein Nagellack.
Ohne Rezept darf die Praxis außerdem Mehrwertsteuer berechnen. Steuerfrei ist die Behandlung beim Podologen nur, wenn eine Ärztin sie veranlasst hat.
Wie behandelt die Arztpraxis den Nagelpilz?
Den Pilz selbst behandelt Ihre Hautarzt- oder Hausarztpraxis. Bei leichtem bis mittlerem Befall verschreibt sie einen Nagellack mit einem Wirkstoff gegen Pilze. Lacke mit den Wirkstoffen Amorolfin oder Ciclopirox gibt es in der Apotheke auch ohne Rezept.
Bei starkem Befall kann die Ärztin Tabletten verschreiben, etwa mit dem Wirkstoff Terbinafin. Diese Tabletten gibt es nur auf Rezept. Ohne Behandlung heilt Nagelpilz praktisch nie von selbst ab.
- Nagellack gegen Pilz tragen Sie oft über ein Jahr lang jeden Tag auf, bis der gesunde Nagel ganz nachgewachsen ist.
- Tabletten gegen Pilz an den Fußnägeln nehmen Sie mindestens drei Monate lang, entweder durchgehend oder in Abständen.
- Bei Fingernägeln reichen oft sechs Wochen, weil sie schneller wachsen.
- Vor der Behandlung weist die Arztpraxis den Pilz nach, unter dem Mikroskop, mit einer Pilzkultur oder mit einem anderen Labortest.
Ob es Nagelpilz ist, zeigt erst das Labor
Nicht jeder veränderte Nagel hat Pilz. Auch verdickte Zehennägel haben nicht immer Pilz, denn ein Nagel wird auch mit dem Alter oder durch Druck dicker. Wächst der Nagel seitlich in die Haut, ist es ein eingewachsener Zehennagel. Ein schwarzer Fleck am Nagel gehört immer in eine Arztpraxis, weil auch seltene, ernste Ursachen dahinterstecken können.
Wie unsicher der bloße Blick ist, zeigt eine Untersuchung aus den USA mit mehr als 8.800 Proben von Nagelstaub. Nur bei der Hälfte der Nägel, die nach Nagelpilz aussahen, fand das Labor überhaupt Pilze.
Wer ein höheres Risiko für Nagelpilz hat
Ein gesunder Nagel bekommt selten Pilz, meist kommen mehrere Dinge zusammen. Die ärztliche Leitlinie zu Nagelpilz nennt diese Risiken.
- Durchblutungsstörungen der Beine, etwa eine Venenschwäche oder verengte Adern
- Diabetes
- eine Veranlagung, die in der Familie liegt
- wiederholte kleine Verletzungen am Nagel, etwa beim Sport oder bei der Fußpflege
- zu enge Schuhe und Fehlstellungen der Füße
- Schuppenflechte an den Nägeln
- Fußpilz zwischen den Zehen
Trifft einer dieser Punkte auf Sie zu, lassen Sie einen veränderten Nagel früh in der Arztpraxis ansehen und nicht nur in der Podologiepraxis.
Ist der Nagel nur dick oder verfärbt, ohne Schmerzen, Blut oder schwarzen Fleck?
Hat eine Arztpraxis den Pilz schon festgestellt?
Die Podologiepraxis kann den dicken Nagel kürzen und dünner schleifen. Den Pilz selbst bekämpft die Behandlung, die Ihre Arztpraxis verschreibt.
Lassen Sie den Nagel zuerst in einer Arztpraxis untersuchen. Ohne sichere Diagnose bleibt offen, ob und wie lange er behandelt werden muss.
Gehen Sie bald in eine Hautarzt- oder Hausarztpraxis. Schmerzen, Blut, Eiter oder ein schwarzer Fleck gehören immer in ärztliche Hände.
So verhindern Sie, dass sich Nagelpilz ausbreitet
Neben der Behandlung senken sechs Gewohnheiten das Risiko, dass der Pilz auf andere Nägel oder auf andere Menschen im Haushalt übergeht.
- Schneiden Sie die Nägel gerade statt rund, und nehmen Sie für den kranken Nagel eigenes Werkzeug.
- Wechseln Sie Handtücher und Socken jeden Tag, und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad.
- Tragen Sie im Schwimmbad, in öffentlichen Duschen und in Umkleiden Badeschuhe.
- Lüften und desinfizieren Sie Schuhe, die Sie während der Infektion getragen haben.
- Halten Sie die Füße trocken, vor allem zwischen den Zehen, und wechseln Sie feuchte Socken bald.
- Hören Sie mit Lack oder Tabletten nicht zu früh auf, auch wenn der Nagel schon besser aussieht.
Häufige Fragen
Darf ein Podologe Nagelpilz feststellen?
Nein, ein Podologe darf Nagelpilz nicht feststellen. Ob ein Pilz im Nagel steckt, zeigt nur eine Untersuchung unter dem Mikroskop oder im Labor, meist in einer Hautarztpraxis. Der Podologe kürzt den Nagel und schleift ihn dünner.
Zahlt die Krankenkasse die Nagelpilz-Behandlung beim Podologen?
Die Krankenkasse zahlt die Nagelpilz-Behandlung beim Podologen nur mit Rezept. Ein Rezept gibt es bei Diabetes mit gestörtem Gefühl in den Füßen, bei einem Nervenschaden an den Füßen oder bei einer Querschnittlähmung. Nagelpilz allein reicht nicht, dann zahlen Sie selbst.
Was kostet die Nagelpilz-Behandlung beim Podologen ohne Rezept?
Für die Nagelpilz-Behandlung beim Podologen ohne Rezept richten sich viele Praxen nach dem Kassenpreis von 36,10 bis 51,92 Euro je Sitzung. Einen festen Preis gibt es nicht, jede Praxis legt ihn selbst fest. Fragen Sie deshalb vor dem Termin nach.
Wie lange dauert die Behandlung von Nagelpilz?
Die Behandlung von Nagelpilz mit Nagellack dauert oft mehr als ein Jahr. Sie tragen den Lack jeden Tag auf, bis der gesunde Nagel ganz nachgewachsen ist. Tabletten gegen Nagelpilz an den Füßen nehmen Sie mindestens drei Monate.
Darf der Podologe Nagellack gegen Pilz auftragen?
Ja, der Podologe darf einen Nagellack gegen Pilz aus der Apotheke zur Pflege auftragen. Solche Lacke mit Amorolfin oder Ciclopirox gibt es ohne Rezept. Welche Behandlung Sie brauchen und ob Tabletten nötig sind, entscheidet die Arztpraxis.
Empfiehlt die ärztliche Leitlinie einen Laser gegen Nagelpilz?
Nein, die Kurzfassung der ärztlichen Leitlinie gibt keine Empfehlung für einen Laser gegen Nagelpilz. Verspricht eine Praxis Ihnen mit dem Laser eine sichere Heilung, geht sie über die Leitlinie hinaus.
