Warum ein Hühnerauge entsteht und wiederkommt
Ein Hühnerauge ist eine harte, schmerzhafte Stelle in der Hornhaut. Es entsteht, wenn an derselben Stelle immer wieder Druck und Reibung auf die Haut wirken. Die Haut schützt sich dagegen, indem sie dort mehr Hornhaut bildet.
In der Mitte wächst ein harter Kern wie ein kleiner Kegel in die Tiefe und drückt dort auf die Nerven. Deshalb sticht es beim Auftreten. Schleifen Sie nur die Oberfläche ab, hilft das oft nur kurz, weil der Kern bleibt.
Am häufigsten drücken zu enge Schuhe. Auch Fehlstellungen der Zehen können schuld sein. Bei einem Hallux valgus knickt die Großzehe zu den anderen Zehen hin ab, und Hammerzehen drücken eine Stelle ständig gegen den Schuh. Dazu kommen ein veränderter Gang und Fehlstellungen des Fußes, die das Körpergewicht ungleich verteilen. Wer nur das Hühnerauge behandelt und nicht die Ursache, hat es nach einigen Wochen wieder.
3 Wege, ein Hühnerauge loszuwerden
Das Gesundheitsinstitut IQWiG nennt drei Wege, die zusammengehören. Der erste ist, den Druck zu verringern, und nur er wirkt gegen die Ursache. Dazu gehören bequeme Schuhe mit genug Platz in Länge und Breite. Einlagen oder Polster nehmen den Druck von der Stelle, und bei Bedarf berät Sie ein Orthopädieschuhmacher.
Der zweite Weg ist, die Hornhaut einzuweichen und vorsichtig mit einem Bimsstein abzureiben. Den Kern selbst entfernt am besten eine Podologiepraxis, also eine Praxis für medizinische Fußpflege. Der dritte Weg sind Mittel mit Salicylsäure oder Harnstoff, die die Hornhaut über mehrere Wochen auflösen.
| Weg | Was Sie tun | Wogegen es wirkt | Wie lange |
|---|---|---|---|
| Druck verringern | Breitere Schuhe, Einlagen oder Polster, Beratung beim Orthopädieschuhmacher | Gegen die Ursache | Dauerhaft, solange Sie dabei bleiben |
| Hornhaut abtragen | Einweichen und vorsichtig abreiben, den Kern entfernt die Podologiepraxis | Gegen die Beschwerden | Entlastet sofort, kommt ohne weniger Druck aber wieder |
| Hornhaut auflösen | Salbe, Creme oder Pflaster mit Salicylsäure oder Harnstoff | Gegen die Beschwerden | Mehrere Wochen |
Fangen Sie deshalb mit weniger Druck an und bleiben Sie dabei. Wer nur abträgt oder nur ein Pflaster klebt, hat das Hühnerauge in einigen Wochen wieder. Wer nur die Schuhe wechselt, läuft noch eine Weile auf dem alten Kern. Beides zusammen ist die vollständige Behandlung.
Wann sollten Sie ein Hühnerauge nicht selbst behandeln?
Haben Sie Diabetes oder schlecht durchblutete Beine, verwenden Sie keine Hühneraugenpflaster. Die Säure darin greift auch die gesunde Haut an, und daraus kann eine Wunde werden, die schlecht heilt. Das IQWiG rät Menschen mit diesen Erkrankungen deshalb, ein Hühnerauge nicht selbst zu behandeln.
Wer seine Füße normal spürt, merkt, wenn die Säure die Haut daneben angreift, und hört auf. Bei einem Nervenschaden, bei dem das Gefühl in den Füßen nachlässt, merken Sie das nicht. Aus einer kleinen Reizung wird dann eine offene Stelle, und bei schlechter Durchblutung heilt sie nur schwer.
In diesen 6 Fällen gehört ein Hühnerauge in fachkundige Hände:
- Sie haben Diabetes. Verzichten Sie dann auf Pflaster, Hornhauthobel und scharfe Scheren.
- Ihre Beine sind schlecht durchblutet, sodass Wunden langsam und schlecht heilen.
- Sie nehmen Blutverdünner, und schon kleine Schnitte bluten lange.
- Ihre Abwehrkräfte sind geschwächt, etwa während einer Chemotherapie. Keime dringen dann schon durch kleine Verletzungen ein.
- Sie spüren Ihre Füße aus einem anderen Grund schlecht, etwa nach einer Querschnittlähmung, und bemerken Verletzungen nicht.
- Die Stelle ist entzündet, nässt oder eitert. Dann gehört das Hühnerauge in die Arztpraxis und nicht mehr in die Fußpflege.
Ist die Stelle offen, gerötet, geschwollen oder eitrig?
Gehen Sie in die Arztpraxis. Eine offene oder entzündete Stelle gehört nicht in die Fußpflege.
Haben Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder eine Abwehrschwäche, oder nehmen Sie Blutverdünner?
Lassen Sie das Hühnerauge in einer Podologiepraxis behandeln. Spüren Sie Ihre Füße schlechter, fragen Sie Ihre Arztpraxis nach einem Rezept.
Sind Sie sicher, dass es ein Hühnerauge ist und keine Warze?
Dann können Sie es zuerst selbst behandeln, mit breiteren Schuhen, Einweichen und vorsichtigem Abreiben. Kommt es wieder, gehen Sie in eine Podologiepraxis.
Lassen Sie die Stelle in einer Hautarztpraxis ansehen. Eine Warze kommt von Viren und wird anders behandelt.
Ist es ein Hühnerauge, eine Schwiele oder eine Warze?
An der Fußsohle sehen sich Hühnerauge, Schwiele und Warze ähnlich. Sie brauchen aber verschiedene Behandlungen. Ob eine Behandlung anschlägt, hängt davon ab, dass Sie die drei richtig auseinanderhalten.
| Merkmal | Hühnerauge | Schwiele | Warze an der Fußsohle |
|---|---|---|---|
| Ursache | Druck und Reibung an einer Stelle | Druck auf einer größeren Fläche über längere Zeit | Viren |
| Aussehen | Harter Kern, der wie ein Kegel in die Tiefe wächst | Flache, gleichmäßig dicke Hornhaut | Wächst durch das Körpergewicht nach innen |
| Schmerz | Stechend, wenn man von oben drückt | Meist keiner | Oft beim Auftreten |
| Ansteckend | Nein | Nein | Ja, von Haut zu Haut und über Gegenstände |
| Behandlung | Druck verringern, abtragen, Hornhaut auflösen | Druck verringern, abtragen, pflegen | Lösungen mit Salicylsäure, Vereisen in der Praxis |
Warzen übertragen sich vor allem von Haut zu Haut, aber auch über Handtücher, und feuchte oder verletzte Haut steckt sich leichter an. Bei etwa der Hälfte der Kinder verschwinden Warzen innerhalb eines Jahres von selbst. Die üblichen Behandlungen wirken oft, aber nicht bei jeder Warze.
Gehen Sie in eine Hautarztpraxis, bevor Sie weiter selbst behandeln, wenn Ihnen eines dieser Zeichen auffällt:
- Es treten mehrere Stellen gleichzeitig auf.
- Jemand in Ihrem Haushalt hat dieselbe Stelle.
- Die Stelle blutet nach dem Abtragen in kleinen Punkten.
Eine Warze gehört nicht in die Fußpflege, weil beim Abtragen Viren auf gesunde Haut gelangen können.
Wann zahlt die Krankenkasse das Entfernen eines Hühnerauges?
Die Krankenkasse zahlt die Behandlung in der Podologiepraxis nur in drei Fällen. Sie haben Diabetes und spüren Ihre Füße schlechter, Sie haben aus einem anderen Grund einen Nervenschaden an den Füßen, oder Sie sind querschnittgelähmt. Ein Hühnerauge allein reicht für ein Rezept nicht.
Den ersten Fall nennen Ärztinnen und Ärzte diabetisches Fußsyndrom. Liegt einer der drei Fälle vor, kann Ihre Arztpraxis ein Rezept (Heilmittelverordnung) für die Podologie ausstellen.
Haben Sie also Diabetes mit gestörtem Gefühl in den Füßen und dazu ein Hühnerauge, bekommen Sie die Behandlung auf Rezept. Sie zahlen dann nur Ihren Eigenanteil. Haben Sie gesunde Füße und ein Hühnerauge, zahlen Sie dieselbe Behandlung selbst.
Was kostet es, ein Hühnerauge entfernen zu lassen?
Die Podologiepraxis entfernt den Kern gezielt, meist mit Skalpell und Fräse, einem kleinen Schleifgerät. Sie schleift also nicht nur die Oberfläche ab. Danach versorgt sie die Stelle und legt bei Bedarf ein Polster gegen den Druck an. Bei jedem Termin sieht sie sich auch Ihre Schuhe an, weil dort meist die Ursache liegt.
Mit Rezept zahlt die Krankenkasse der Praxis seit Juli 2026 für eine kleine Behandlung bis 20 Minuten 36,10 Euro. Bearbeitet die Praxis zusätzlich die Nägel und dauert es länger, sind es 51,92 Euro. Sie selbst zahlen davon 10 Prozent und dazu einmal 10 Euro je Rezept.
Ohne Rezept legt jede Praxis ihren Preis selbst fest, weil es für die Kosten der medizinischen Fußpflege ohne Rezept keine feste Preisliste gibt.
Was Sie zum Termin mitbringen und sagen sollten
- Bringen Sie die Schuhe mit, die Sie jeden Tag tragen, nicht die bequemsten aus dem Schrank.
- Zeigen Sie, wo es beim Gehen drückt, und sagen Sie, seit wann. Eine Stelle, die seit Jahren wiederkommt, braucht eine andere Lösung als eine neue.
- Sagen Sie von sich aus, ob Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder eine Abwehrschwäche haben oder Blutverdünner nehmen.
- Fragen Sie nach einem Polster, das den Druck bis zum nächsten Termin abfängt, und wie lange es halten soll.
- Fragen Sie, ob Einlagen oder Schuhe vom Orthopädieschuhmacher sinnvoll sind.
- Machen Sie den nächsten Termin aus, bevor die Beschwerden zurück sind. Mit Rezept wird ein Termin alle 4 bis 6 Wochen empfohlen.
Häufige Fragen
Wie werde ich ein Hühnerauge dauerhaft los?
Ein Hühnerauge werden Sie nur dauerhaft los, wenn der Druck wegfällt, der es auslöst. Solange ein Schuh an derselben Stelle drückt, wächst es nach. Breitere Schuhe, Einlagen oder Polster sind der wichtigste Schritt. Entfernt die Praxis den Kern, entlastet das sofort, die Ursache bleibt aber.
Dürfen Menschen mit Diabetes Hühneraugenpflaster verwenden?
Nein, mit Diabetes oder schlecht durchbluteten Beinen sollten Sie keine Hühneraugenpflaster verwenden. Die Säure darin greift auch die gesunde Haut rund um das Hühnerauge an. Daraus kann eine Wunde werden, die schlecht heilt. Lassen Sie ein Hühnerauge in diesem Fall in einer Podologiepraxis behandeln.
Zahlt die Krankenkasse das Entfernen von Hühneraugen?
Nur in drei Fällen zahlt die Krankenkasse das Entfernen von Hühneraugen. Sie haben Diabetes und spüren Ihre Füße schlechter, Sie haben aus einem anderen Grund einen Nervenschaden an den Füßen, oder Sie sind querschnittgelähmt. In allen anderen Fällen zahlen Sie die Behandlung selbst.
Was kostet die Behandlung eines Hühnerauges beim Podologen?
Mit Rezept kostet die Behandlung eines Hühnerauges beim Podologen 36,10 Euro, eine längere Behandlung mit den Nägeln 51,92 Euro. Den Betrag zahlt die Krankenkasse, Sie selbst tragen 10 Prozent davon und einmal 10 Euro je Rezept. Ohne Rezept legt die Praxis den Preis selbst fest.
Wie unterscheide ich ein Hühnerauge von einer Warze?
Ein Hühnerauge entsteht durch Druck, hat einen harten Kern und schmerzt, wenn man von oben drückt. Eine Warze an der Fußsohle kommt von Viren, ist ansteckend und tritt oft an mehreren Stellen auf. Ob es sicher ein Hühnerauge ist, klärt im Zweifel Ihre Hausarzt- oder Hautarztpraxis.
