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Was steht Ihnen nach einem Ulkus am diabetischen Fuß zu?

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Nach einem abgeheilten Ulkus, also einem Geschwür am Fuß, stehen Ihnen Fußkontrollen alle 1 bis 3 Monate, weiter Podologie auf Rezept und ein Spezialschuh mit Fußbettung nach Maß zu. Die Kontrollen machen Fachleute für den diabetischen Fuß, nicht allein die Hausarztpraxis. Die Podologie läuft weiter, solange keine neue Wunde entsteht.

Fußkontrolle nach einem Fußgeschwür
alle 1 bis 3 Monate
Deutsche Diabetes Gesellschaft, Praxisempfehlung Diabetisches Fußsyndrom 2025, Tabelle 1, Stand 1. Januar 2025
Podologie-Termine mit Rezept
alle 4 bis 6 Wochen
Heilmittelkatalog des Gemeinsamen Bundesausschusses, Fassung vom 16.05.2024, Stand 16. Mai 2024
Gesetzliche Zuzahlung je Schuh oder Bettung
5 bis 10 Euro
Fünftes Sozialgesetzbuch, Vorschrift zu Hilfsmitteln und Zuzahlung (gesetze-im-internet.de), Stand 22. September 2026
Hände setzen eine mehrlagige Schaumstoffeinlage in einen dunklen, nahtlosen Schutzschuh, der auf einer Werkbank mit Werkzeugen steht.
Nach einem abgeheilten Fußgeschwür steht Ihnen ein Spezialschuh mit passender Einlage zu, zusätzlich zur Podologie auf Rezept. Bild: KI generiert.

Fußkontrolle nach einem Ulkus alle 1 bis 3 Monate

Nach einem Ulkus, also einem Geschwür am Fuß, gehören Sie zur höchsten von vier Risikostufen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG). Dasselbe gilt nach einer Amputation. Die DDG empfiehlt dann eine Fußkontrolle alle 1 bis 3 Monate, und zwar bei Fachleuten und nicht allein in der Hausarztpraxis.

Diese Einstufung bleibt, egal wie lange das Geschwür schon abgeheilt ist und wie klein es war. Die Wunde ist verheilt, aber die Haut an der alten Stelle bleibt dünner und weniger belastbar als das gesunde Gewebe daneben.

Diese 4 Dinge stehen Ihnen nach einem abgeheilten Geschwür am diabetischen Fuß zu.
Was Ihnen zustehtUnter welcher Bedingung
Fußkontrolle alle 1 bis 3 Monate bei FachleutenSie hatten ein Geschwür am Fuß oder eine Amputation.
Podologie auf RezeptDie Haut ist geschlossen, es gibt keine neue Wunde.
Spezialschuh mit Fußbettung nach MaßIhr Risiko für ein neues Geschwür ist deutlich erhöht.
Zweite ärztliche Meinung vor einer AmputationEine Amputation wird erneut empfohlen.

Podologie auf Rezept geht nach dem Ulkus weiter

Die Podologie auf Rezept, also medizinische Fußpflege auf Kassenkosten, geht nach einem Geschwür weiter. Die Regeln für Podologie zählen einen Fuß mit abgeheiltem Geschwür ausdrücklich zu den Füßen mit geschlossener Haut. Damit erfüllen Sie weiter die Bedingungen für Podologie beim diabetischen Fußsyndrom.

Eine Grenze, ab der Ihre Arztpraxis weitere Rezepte besonders begründen müsste, gibt es beim diabetischen Fuß nicht. Ihre Arztpraxis kann deshalb ein neues Rezept für Podologie ausstellen, sobald das alte aufgebraucht ist. So darf die Podologie dauerhaft weiterlaufen, auch Jahre nach dem Geschwür.

Empfohlen ist ein Podologie-Termin alle 4 bis 6 Wochen. Die ärztliche Kontrolle kommt jetzt häufiger dazu, alle 1 bis 3 Monate. Beides ergänzt sich, weil die Arztpraxis den ganzen Fuß beurteilt und die Podologiepraxis Haut und Nägel in der Zeit dazwischen behandelt.

Verändert sich Ihr Fuß während der Behandlung, muss die Podologiepraxis das sofort Ihrer Arztpraxis melden. Das gilt etwa bei neuer Hornhaut mit Einblutung oder einem Einriss in der Hornhaut. Wie es dann weitergeht, entscheidet allein die Arztpraxis.

Nach dem Ulkus steht Ihnen ein Spezialschuh zu

Für Schuhe hat die DDG eine eigene Einteilung in sieben Risikogruppen, von 0 bis VI. Nach einem Geschwür gehören Sie in Gruppe III, weil Ihr Risiko für ein neues Geschwür deutlich erhöht ist. Die übliche Versorgung ist dann ein Spezialschuh mit einer Fußbettung nach Maß.

Die Fußbettung ist eine Innensohle, die nach Ihrem Fuß geformt wird und den Druck verteilt. Auf dem Rezept heißt sie diabetesadaptierte Fußbettung. Bei Bedarf passt die Orthopädie-Schuhtechnik zusätzlich den Schuh selbst an.

Eine Fußbettung nach Maß erkennen Sie an drei Merkmalen.

  • Sie wird nach einem dreidimensionalen Abdruck Ihres Fußes gefertigt und nicht aus einem fertigen Rohling.
  • Sie besteht aus mehreren Schichten, die von innen nach außen härter werden. So verteilt sie den Druck an gefährdeten Stellen.
  • Sie wird immer zusammen mit dem passenden Schuh gefertigt. Eine lose Einlage in einem gewöhnlichen Schuh reicht nicht.

Die Krankenkasse zahlt die Fußbettung nur zusammen mit einem Spezialschuh oder einem orthopädischen Maßschuh. In Schuhen von der Stange, in Sandalen oder in ungeeigneten Schuhen bezahlt sie die Fußbettung nicht.

Ohne Nervenschaden und ohne Durchblutungsstörung reicht Gruppe 0 mit einem gut passenden Schuh von der Stange. Ein verformter Fuß, fehlendes Gefühl oder ein früheres Geschwür heben die Einstufung Schritt für Schritt an, bis Gruppe VI nach einer Teilamputation des Fußes. Ein früheres Geschwür hebt sie auch dann an, wenn Ihr Fuß nicht verformt ist.

Reicht die übliche Versorgung nicht, sieht die DDG eine aufwendigere Versorgung vor. Das gilt zum Beispiel, wenn auch am anderen Fuß amputiert wurde oder wenn Hüfte, Knie oder Sprunggelenk schlecht beweglich sind. Die Gründe muss Ihre Arztpraxis dann nachprüfbar auf dem Rezept notieren, sonst bleibt es bei der üblichen Versorgung.

So kommen Sie zu Spezialschuh und Fußbettung

Ihre Arztpraxis schreibt ein Rezept für den Schuh und nennt die Diagnose, die die höhere Versorgung begründet. Die Fußbettung fertigt eine Orthopädie-Schuhtechnikerin oder ein Orthopädie-Schuhtechniker. Die Podologiepraxis macht das nicht, und auch kein Sanitätshaus ohne eine solche Fachkraft.

Vom Rezept zum fertigen Spezialschuh
  1. Rezept von der Arztpraxis

    Die Arztpraxis notiert auf dem Rezept die Diagnose, die Ihre Einstufung in Gruppe III begründet. Die Krankenkasse muss das nachprüfen können.

  2. Abdruck in der Orthopädie-Schuhtechnik

    Die Fachkraft nimmt einen dreidimensionalen Abdruck Ihres Fußes, statt einen fertigen Rohling zu verwenden.

  3. Schuh und Fußbettung als Einheit

    Beides wird zusammen gefertigt, weil erst beides zusammen den Druck gleichmäßig verteilt.

  4. Prüfung durch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt

    Gemeinsam mit Ihnen prüft die Arztpraxis Passform, sicheren Stand und Gang und den Schutz des Fußes.

  5. Einweisung durch den Lieferanten

    Sie lernen, wie Sie den Schuh richtig an- und ausziehen und worauf Sie beim Tragen achten.

Wann Sie Fußbettung und Schuh ersetzen lassen

Eine feste Frist, nach der Fußbettung und Schuh ersetzt werden, gibt es nicht. Die DDG verlangt aber, Schuhe und vor allem Fußbettungen häufig auf Verschleiß zu prüfen und rechtzeitig zu ersetzen. Das Material federt mit der Zeit spürbar schlechter zurück und fängt den Druck dann weniger ab.

Nach der DDG verbessert eine Messung des Drucks im Schuh messbar den Schutz vor einem neuen Geschwür. Fachleute nennen diese Messung Pedobarografie.

Lassen Sie Schuhe und Fußbettung deshalb bei jedem Podologie-Termin ansehen. Die Podologiepraxis muss das bei jeder Behandlung auf Rezept ohnehin tun. Fällt ihr etwas auf, gibt sie Ihrer Arztpraxis Bescheid.

4 Anzeichen für ein neues Ulkus am Fuß

Nach dem ersten Geschwür ist das Risiko für ein weiteres deutlich höher als vorher. Achten Sie deshalb gezielt auf die alte Stelle und auf Ihren Spezialschuh.

  • Die Haut an der Stelle des früheren Geschwürs wird wieder rot oder hart.
  • Die Fußbettung ist sichtbar durchgedrückt oder eingedellt, obwohl Sie sie noch nicht lange tragen.
  • Nach dem Tragen des Spezialschuhs sehen Sie eine neue Druckstelle am Fuß oder einen Abdruck im Strumpf.
  • Eine Stelle am Fuß fühlt sich spürbar wärmer an als dieselbe Stelle am anderen Fuß.

5 Schritte, mit denen Sie selbst vorsorgen

  1. Vereinbaren Sie die Kontrolle alle 1 bis 3 Monate selbst, statt auf eine Einladung zu warten.
  2. Bitten Sie rechtzeitig um ein neues Rezept für Podologie, bevor das alte aufgebraucht ist.
  3. Fragen Sie nach dem Spezialschuh mit Fußbettung, wenn ihn Ihnen noch niemand angeboten hat.
  4. Bringen Sie Schuh und Fußbettung zu jedem Podologie-Termin mit, nicht nur zur Anprobe.
  5. Melden Sie eine neue Rötung an der alten Stelle sofort, statt bis zum nächsten Routinetermin zu warten.

Häufige Fragen

Bekomme ich nach einem abgeheilten Ulkus weiter Podologie auf Rezept?

Ja, nach einem abgeheilten Ulkus am diabetischen Fuß bekommen Sie weiter Podologie auf Rezept. Ein Fuß mit verheilter Wunde gilt als Fuß mit geschlossener Haut. Eine Höchstdauer gibt es nicht, die Arztpraxis stellt bei Bedarf immer wieder ein neues Rezept aus.

Welchen Schuh bekomme ich nach einem diabetischen Fußgeschwür?

Nach einem diabetischen Fußgeschwür bekommen Sie in der Regel einen Spezialschuh mit einer Fußbettung nach Maß. Der Grund ist das deutlich höhere Risiko für ein neues Geschwür. Bei Bedarf passt die Orthopädie-Schuhtechnik zusätzlich den Schuh selbst an.

Was muss ich für den Spezialschuh nach einem Ulkus zuzahlen?

Für Spezialschuh und Fußbettung zahlen Sie 10 Prozent des Preises zu, mindestens 5 und höchstens 10 Euro. Die Grenze von 15 Euro im Monat gilt nur für Dinge zum Verbrauchen wie Verbandmaterial, nicht für Schuhe.

Wie oft sollte der Fuß nach einem Ulkus kontrolliert werden?

Nach einem Ulkus am diabetischen Fuß sollten Fachleute Ihre Füße alle 1 bis 3 Monate kontrollieren. So empfiehlt es die Deutsche Diabetes Gesellschaft für die höchste ihrer 4 Risikostufen. Die Kontrollen machen Fachleute für den diabetischen Fuß, nicht allein die Hausarztpraxis.

Wie lange hält eine Fußbettung für Diabetiker?

Eine feste Frist für den Ersatz einer Fußbettung für Diabetiker gibt es nicht. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft rät, Fußbettung und Schuh häufig auf Verschleiß zu prüfen und rechtzeitig zu ersetzen, weil das Material mit der Zeit schlechter zurückfedert. Bringen Sie den Schuh deshalb zu jedem Termin in der Podologiepraxis mit.

Wer prüft den fertigen Spezialschuh nach einem Ulkus?

Den fertigen Spezialschuh prüft Ihre Ärztin oder Ihr Arzt zusammen mit Ihnen. Geprüft werden Passform, sicherer Stand und Gang und der Schutz des Fußes. Danach erklärt Ihnen der Lieferant, wie Sie den Schuh richtig tragen.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Diabetisches Fußsyndrom, Praxisempfehlung der Deutschen Diabetes Gesellschaft, aktualisierte Version 2025, Tabellen 1 und 7, Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG),
  2. Richtlinie über die Verordnung von Heilmitteln (Heilmittel-Richtlinie), §§ 27, 27a Absatz 3, Lesefassung vom 15.05.2025, Gemeinsamer Bundesausschuss,
  3. Heilmittelkatalog, Zweiter Teil der Heilmittel-Richtlinie, Abschnitt Podologische Therapie, Fassung vom 16.05.2024, Gemeinsamer Bundesausschuss,
  4. § 33 SGB V, Hilfsmittel (Absatz 8: Zuzahlung), Bundesministerium der Justiz (gesetze-im-internet.de),
  5. Produktgruppe 31 Schuhe, Fortschreibung des Hilfsmittelverzeichnisses, GKV-Spitzenverband,
  6. Heilmittel. Alles Wichtige zur Verordnung und Beispiele aus der Praxis, aktualisierte Ausgabe 2026, Stand Juli 2026, Kassenärztliche Bundesvereinigung,

Einsatz von Sprachmodellen

Künstliche Intelligenz hat beim Aufbau von Podologen-Verzeichnis mitgeholfen. Sie hat die wiederkehrenden Sätze der Orts- und Praxisseiten formuliert, die Ratgeber mitgeschrieben und überarbeitet, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Adressen, ihre Zuordnung zu den Orten und die Suche nach doppelten Adressen erledigt dagegen ein festes Programm ohne künstliche Intelligenz.

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Stand dieser Angaben: 25. September 2026.