Leichte und tiefe Risse an der Ferse unterscheiden
Ein Riss an der Ferse beginnt meist als schmaler Spalt in der dicken Hornhaut. Solche leichten Risse heißen auch Schrunden. Reicht der Riss tiefer in die Haut, nennen Ärztinnen und Ärzte ihn Rhagade, und er kann nässen und bluten. Die Grenze zwischen beiden ist fließend. Einen leichten Riss pflegen Sie selbst, ein tiefer gehört in fachkundige Hände.
Tiefe Risse entstehen vor allem durch Kälte, schlecht sitzende Schuhe und viel Barfußlaufen. Krankheiten wie Diabetes, Neurodermitis, Schuppenflechte oder Durchblutungsstörungen fördern sie zusätzlich.
Die Ferse hat die dickste Hornhaut am ganzen Fuß, weil sie bei jedem Schritt Ihr ganzes Gewicht abfängt. Gerade diese dicke Schicht reißt leicht, wenn sie durch Kälte, Wasser oder eine Hautkrankheit nicht mehr weich und dehnbar ist. Dünne Hornhaut gibt bei jeder Bewegung des Fußes leichter nach.
| Merkmal | Leichter Riss (Schrunde) | Tiefer Riss (Rhagade) |
|---|---|---|
| Wie tief | Nur die oberste Hornschicht | Bis in tiefere Hautschichten |
| Nässt oder blutet | Selten | Häufig |
| Schmerz | Meist gering | Oft stark beim Auftreten |
| Selbst pflegen | Ja, bei gesunden Füßen | Nein |
| Gefahr einer Entzündung | Gering | Höher, besonders bei Diabetes |
Wer behandelt einen tiefen Riss an der Ferse?
Einen leichten, trockenen Riss an einem gesunden Fuß pflegen Sie selbst oder lassen ihn in einer kosmetischen Fußpflege behandeln. Die kosmetische Fußpflege darf dabei nur arbeiten, ohne dass es blutet, und keine Krankheit behandeln, genau wie bei der professionellen Hornhautentfernung.
Ist der Riss entzündet, gehen Sie in eine Hautarztpraxis. Dort bekommen Sie meist eine Creme mit Kortison, mit einem Wirkstoff gegen Keime oder mit einem Mittel gegen Pilze, je nachdem, was die Entzündung auslöst. Erst danach trägt eine Podologin die Hornhaut vorsichtig ab und glättet die empfindlichen Ränder. Eine Podologin ist eine Fachkraft für medizinische Fußpflege.
Eine Entzündung erkennen Sie an diesen 5 Zeichen:
- Die Rötung breitet sich über den Riss hinaus aus.
- Sie haben Fieber oder fühlen sich krank.
- Aus dem Riss kommt Eiter, oder er riecht süßlich oder faulig.
- Der Schmerz wird über mehrere Tage stärker statt schwächer.
- Die Stelle ist geschwollen und fühlt sich wärmer an als die Haut daneben.
Wann zahlt die Krankenkasse bei rissigen Fersen?
In den Regeln, nach denen Arztpraxen Podologie verschreiben, stehen tiefe Risse und dicke Hornhaut mit Einblutungen ausdrücklich als Gefahr. Ohne Behandlung können sie zu bleibenden Schäden führen, im schlimmsten Fall bis zur Amputation. Eine einfache Schwiele ohne Risse steht dort nicht.
Deshalb zahlt die Krankenkasse die Behandlung in der Podologiepraxis, aber nur in drei Fällen. Sie haben Diabetes und spüren Ihre Füße schlechter, Sie haben aus einem anderen Grund einen Nervenschaden an den Füßen, oder Sie sind querschnittgelähmt. Welcher Fall vorliegt, schreibt Ihre Arztpraxis auf das Rezept. Auch ohne Diabetes gibt es also Podologie auf Rezept.
Die Krankenkasse zahlt dabei nicht für den Riss selbst, sondern für das Abtragen der Hornhaut, zu dem die Behandlung des Risses gehört. Mit Rezept bekommt die Praxis dafür 36,10 Euro je Behandlung, und Sie zahlen einen Eigenanteil. Ohne Rezept zahlen Sie selbst, bei der Praxis Fußkundig in Düsseldorf etwa 42 Euro für eine Hornhautbehandlung.
Leichte Fersenrisse pflegen Sie mit Harnstoffcreme
Bei einem leichten Riss, der nicht blutet, reicht an einem gesunden Fuß meist die eigene Pflege. Die AOK empfiehlt dafür Wirkstoffe, die die Hornhaut geschmeidig machen und neue Risse bremsen.
- Cremes oder Salben mit 3 bis 12 Prozent Harnstoff geben der Hornhaut Feuchtigkeit. Auf der Packung steht dafür oft Urea.
- Wollfett, auf der Packung Lanolin, und Glycerin machen trockene, rissige Haut geschmeidiger.
- Panthenol, Bisabolol oder Kamille unterstützen die Heilung kleiner Risse.
- Bequeme, geschlossene Schuhe verringern die Reibung, durch die die Hornhaut überhaupt erst dick wird.
- Cremen Sie täglich nach dem Duschen oder Baden ein. Das wirkt zuverlässiger als eine einzelne dicke Schicht am Abend.
Ein tiefer Fersenriss wird in 5 Schritten behandelt
- Sie erzählen, seit wann der Riss besteht, ob er nässt oder blutet und ob Sie Diabetes oder andere Erkrankungen haben.
- Die Praxis sieht sich an, wie tief der Riss ist, wie die Ränder aussehen und ob er entzündet ist.
- Ist der Riss entzündet, verschreibt zuerst die Arztpraxis eine passende Creme, etwa mit Kortison oder einem Mittel gegen Pilze.
- Ist er nicht entzündet, trägt die Podologiepraxis die dicke Hornhaut vorsichtig ab und glättet die Ränder des Risses.
- Sie bekommen Tipps für die tägliche Pflege. Kommt der Riss von Druck oder Schuhen, rät Ihnen die Praxis, wie Sie den Druck verringern.
Wie schnell ein tiefer Riss abheilt, hängt stark davon ab, ob auch die Ursache behoben wird. Bleiben drückende Schuhe oder eine unbehandelte Krankheit, reißt dieselbe Stelle oft wieder auf.
Wann gehören rissige Fersen in eine Praxis?
Nässt oder blutet der Riss, oder ist er gerötet und schmerzt?
Gehen Sie in eine Hautarztpraxis. Ist die Entzündung abgeklungen, trägt eine Podologiepraxis die Hornhaut ab.
Haben Sie Diabetes oder Durchblutungsstörungen, oder nehmen Sie Blutverdünner?
Gehen Sie in eine Podologiepraxis, statt selbst zu behandeln. Fragen Sie Ihre Arztpraxis, ob Sie dafür ein Rezept bekommen.
Pflegen Sie die Stelle selbst mit einer Harnstoffcreme. Bessert sich die Haut nach einigen Wochen nicht, gehen Sie in eine Praxis.
Häufige Fragen
Wer behandelt einen tiefen, blutenden Riss an der Ferse?
Einen tiefen Riss an der Ferse, der blutet oder entzündet ist, behandelt zuerst eine Hautarztpraxis. Sie verschreibt je nach Ursache eine Creme, etwa mit Kortison oder einem Mittel gegen Pilze. Danach trägt eine Podologiepraxis die dicke Hornhaut vorsichtig ab und glättet die Ränder.
Zahlt die Krankenkasse die Behandlung rissiger Fersen?
Nur mit Rezept zahlt die Krankenkasse die Behandlung rissiger Fersen, und das gibt es nur in drei Fällen. Sie haben Diabetes mit gestörtem Gefühl in den Füßen, einen Nervenschaden an den Füßen aus anderem Grund oder eine Querschnittlähmung. In allen anderen Fällen zahlen Sie selbst, in einer Praxis in Düsseldorf etwa 42 Euro.
Welche Creme hilft gegen rissige Fersen?
Gegen leichte Risse an der Ferse empfiehlt die AOK Cremes mit 3 bis 12 Prozent Harnstoff, auf der Packung oft Urea genannt. Wollfett oder Glycerin machen die Haut geschmeidiger, Panthenol oder Bisabolol unterstützen die Heilung. Bessert sich die Stelle nach einigen Wochen nicht oder schmerzt sie, gehört sie in eine Praxis.
Darf eine Podologiepraxis einen offenen Riss an der Ferse behandeln?
Nein, einen offenen Riss an der Ferse behandelt die Arztpraxis, nicht die Podologiepraxis. Die Podologin darf am selben Fuß aber weiter die geschlossene, verhornte Haut versorgen. Ist der Riss abgeheilt, übernimmt sie wieder die ganze Behandlung.
Warum kommen rissige Fersen nach der Behandlung oft wieder?
Rissige Fersen kommen oft wieder, weil die Behandlung nur die dicke Hornhaut abträgt und die Ursache bleibt. Drückende Schuhe, Barfußlaufen und unbehandelte Krankheiten lassen dieselbe Stelle wieder verhornen und aufreißen. Deshalb brauchen Sie regelmäßige Pflege und, wo möglich, andere Schuhe oder Gewohnheiten.
Darf ich einen tiefen Riss an der Ferse selbst mit dem Hornhauthobel behandeln?
Nein, einen tiefen Riss an der Ferse sollten Sie nicht selbst mit dem Hornhauthobel behandeln. Nässt oder blutet er, oder haben Sie Diabetes, Durchblutungsstörungen oder geschwächte Abwehrkräfte, gehört er immer in eine Praxis. Ein Hobel nimmt weniger genau Haut ab als die Praxis und kann aus einem Riss eine tiefe Wunde machen. Für einen trockenen Riss an einem gesunden Fuß ist eine fettende Creme die sicherere Wahl.
