Was kostet es, Hornhaut ohne Rezept entfernen zu lassen?
Ohne Rezept gibt es für das Entfernen von Hornhaut keine feste Preisliste, weder in der kosmetischen Fußpflege noch in der Podologiepraxis. Jede Praxis legt ihren Preis selbst fest. Die Praxis Fußkundig in Düsseldorf verlangt 42 Euro, die Praxis für Podologie Michaela Benjamin in Gimbsheim 58 Euro.
Mit Rezept zahlt die Krankenkasse der Podologiepraxis 36,10 Euro für eine kleine Behandlung, also weniger als beide Preise ohne Rezept. Sie zahlen davon aber noch Ihren Eigenanteil. Ein Rezept bekommen Sie außerdem nur bei Diabetes mit gestörtem Gefühl in den Füßen, bei einem Nervenschaden an den Füßen aus anderem Grund oder bei einer Querschnittlähmung. Viele Menschen mit Hornhaut haben nichts davon.
Bearbeitet die Praxis auch die Zehennägel, zahlt die Krankenkasse mit Rezept 51,92 Euro. Ohne Rezept verlangen Praxen dafür mehr als für die Hornhaut allein. Wie oft Sie eine Behandlung brauchen, hängt davon ab, wie schnell die Hornhaut nachwächst und welche Schuhe Sie tragen. Kommt dieselbe Stelle nach wenigen Wochen wieder, lassen Sie in der Podologiepraxis prüfen, woher der Druck kommt.
Wer darf Hornhaut mit dem Skalpell entfernen?
Kosmetische Fußpflege und Podologiepraxis dürfen beide mit dem Skalpell arbeiten, aber mit unterschiedlichen Grenzen. Die kosmetische Fußpflege kümmert sich um gesunde Füße. Sie darf verdickte Haut abtragen und Hühneraugen entfernen, solange die Haut sonst gesund ist und kein Blut fließt. Dafür reicht eine Gewerbeanmeldung, eine Ausbildung oder staatliche Prüfung ist nicht nötig.
Die medizinische Fußpflege behandelt auch Füße, die schon geschädigt oder gefährdet sind. Sie ist Ärztinnen und Ärzten, Heilpraktikern und Podologinnen oder Podologen vorbehalten. Eine Podologin ist eine Fachkraft für medizinische Fußpflege mit staatlicher Erlaubnis. Zu ihren Aufgaben gehört ausdrücklich, übermäßige Hornhaut, Schwielen und Hühneraugen zu behandeln.
| Ihr Fuß | Kosmetische Fußpflege | Podologiepraxis |
|---|---|---|
| Gesund, ohne Vorerkrankung | Ja, ohne dass es blutet | Ja |
| Diabetes mit gestörtem Gefühl in den Füßen | Nein | Ja, oft mit Rezept |
| Schlecht durchblutete Beine | Nein | Ja, mit besonderer Vorsicht |
| Offene Stelle, Entzündung oder Blutung | Nein | Nur rund um die Wunde, die Wunde selbst behandelt die Arztpraxis |
| Sie nehmen Blutverdünner | Nein | Ja, nach Rücksprache |
Warum dürfen bei Diabetes nur Fachleute Hornhaut entfernen?
Schmerz ist ein Warnsignal, und Diabetes kann dieses Signal abschalten. Bei einem Nervenschaden, bei dem das Gefühl in den Füßen nachlässt, spüren Sie eine kleine Verletzung durch Skalpell oder Fräse nicht. Ein gesunder Fuß würde sofort zurückzucken. Aus der winzigen Wunde kann unbemerkt eine Entzündung werden, und bei schlechter Durchblutung heilt sie nur schwer.
Tiefe Hornhaut mit Einblutungen und tiefen Rissen gilt deshalb als Gefahr, die im schlimmsten Fall bis zur Amputation führen kann. Die Podologiepraxis darf solche Hornhaut nur behandeln, solange die Haut geschlossen ist. Sobald eine Stelle nässt, blutet oder sich entzündet, behandelt sie die Arztpraxis. Bei Diabetes heißen solche Schäden am Fuß diabetisches Fußsyndrom.
Bei diesen Erkrankungen sollten nur Fachleute Ihre Hornhaut entfernen:
- Sie haben Diabetes, vor allem wenn Sie Ihre Füße schlechter spüren oder schlecht durchblutet sind.
- Ihre Beine sind schlecht durchblutet, sodass Wunden langsam und schlecht heilen.
- Sie nehmen Blutverdünner, sodass schon kleine Schnitte lange nachbluten.
- Ihre Abwehrkräfte sind geschwächt, etwa nach einer Transplantation oder während einer Chemotherapie.
- Sie spüren Ihre Füße aus einem anderen Grund schlecht, etwa nach einer Querschnittlähmung.
Skalpelle müssen nach jeder Behandlung steril sein
Podologiepraxen und Kosmetikstudios arbeiten mit ähnlichem Werkzeug. Instrumente, die die Haut durchtrennen, gelten als besonders heikel. Dazu gehören Skalpelle und andere Schneid- und Stichinstrumente. Die Praxis muss sie nach jeder Behandlung sterilisieren oder als Einwegmaterial wegwerfen.
Pinzetten und die meisten Fräs- und Schleifköpfe verletzen die Haut nicht, deshalb reicht es, sie zu desinfizieren. Manche Praxen haben für jede Patientin ein eigenes Set aus Feilen und Schleifköpfen, das sie nur für diese Person aufbereiten und aufbewahren. Das ist erlaubt und weit verbreitet.
Hornhauthobel aus der Drogerie sind für die gelegentliche Anwendung an gesunden Füßen gedacht. Mit Diabetes, Durchblutungsstörungen, Blutverdünnern oder geschwächten Abwehrkräften sind sie nicht geeignet.
Welche Praxis darf Ihre Hornhaut behandeln?
Klären Sie vor dem Anruf, wer für Ihre Hornhaut zuständig ist, dann sparen Sie sich einen zweiten Weg. Sagen Sie gleich bei der Terminvereinbarung, ob Sie Diabetes, einen Nervenschaden oder Durchblutungsstörungen haben oder Blutverdünner nehmen. Fragen Sie ohne Vorerkrankung, welchen Beruf die behandelnde Person gelernt hat und ob sie ohne Blut arbeitet.
Ist die Stelle offen, gerötet, nässend oder blutig?
Gehen Sie in eine Arztpraxis, weil die Stelle eine Wunde ist. Auch die Podologiepraxis behandelt sie nicht.
Haben Sie Diabetes oder Durchblutungsstörungen, oder nehmen Sie Blutverdünner?
Gehen Sie in eine Podologie- oder Arztpraxis. Fragen Sie Ihre Arztpraxis, ob Sie dafür ein Rezept bekommen.
Sie können eine kosmetische Fußpflege oder eine Podologiepraxis wählen. Fragen Sie nach dem Gesamtpreis.
Häufige Fragen
Darf eine Kosmetikerin Hornhaut mit dem Skalpell entfernen?
Ja, eine Kosmetikerin darf Hornhaut mit dem Skalpell entfernen, wenn der Fuß gesund ist und kein Blut fließt. Das Abtragen verdickter Haut an einem gesunden Fuß gehört zur kosmetischen Fußpflege. Sobald es blutet oder der Fuß krank ist, darf sie nicht weitermachen.
Was kostet es, Hornhaut ohne Rezept entfernen zu lassen?
Hornhaut ohne Rezept entfernen zu lassen kostet 42 Euro in einer Praxis in Düsseldorf und 58 Euro in einer Praxis in Gimbsheim. Eine feste Preisliste gibt es nicht, jede Praxis legt den Preis selbst fest. Mit Rezept zahlt die Krankenkasse 36,10 Euro, und Sie tragen einen Eigenanteil.
Warum darf eine Kosmetikerin bei Diabetes keine Hornhaut entfernen?
Eine Kosmetikerin darf bei Diabetes keine Hornhaut entfernen, weil Diabetes die Nerven in den Füßen schädigen kann. Dann spüren Sie eine kleine Verletzung nicht, und daraus kann eine Entzündung werden, die schlecht heilt. Deshalb ist die Behandlung Podologinnen, Ärztinnen und Heilpraktikern vorbehalten.
Fragt eine seriöse Fußpflege vor der Hornhautbehandlung nach Vorerkrankungen?
Ja, eine seriöse Fußpflege fragt vor der Hornhautbehandlung nach Vorerkrankungen, weil davon abhängt, ob sie Sie behandeln darf. Sagen Sie Diabetes, einen Nervenschaden oder Blutverdünner auch dann, wenn niemand fragt. Bei diesen Erkrankungen kann aus einer unbemerkten Verletzung eine ernste Wunde werden.
Darf eine Podologiepraxis eine offene Stelle an der Ferse behandeln?
Nein, eine offene, nässende Stelle an der Ferse behandelt die Arztpraxis. Die Podologiepraxis darf am selben Fuß weiter die geschlossene, verhornte Haut versorgen, die offene Stelle aber nicht. Gehen Sie mit einer offenen Stelle zu Ihrer Hausarzt- oder Hautarztpraxis.
Woran erkenne ich, dass eine Fußpflege sterile Instrumente benutzt?
Eine Fußpflege mit sterilen Instrumenten öffnet das Skalpell vor Ihren Augen aus einer verschlossenen Verpackung. Solche Instrumente muss die Praxis nach jeder Behandlung sterilisieren oder als Einwegmaterial wegwerfen. Nimmt jemand das Besteck lose aus einer Schublade, fragen Sie nach, wie es gereinigt wurde.
